Lethesafe
Lethesafe

FAQ

Antworten auf konzeptionelle Fragen, Grenzen und Vergleiche.
Keine Versprechen, nur Einordnung.

Einordnung & Abgrenzung

Ist Lethesafe eine Alternative zu Verschlüsselung?

Nein. Lethesafe setzt voraus, dass Daten weiterhin mit etablierten Werkzeugen geschützt werden. Es ersetzt weder Verschlüsselung noch Passwortmanager. Die Zeitkapsel sorgt lediglich dafür, dass die Zielzeichenkette „K“ erst nach einer festgelegten Dauer entsteht. Die Zielzeichenkette K kann als Masterpasswort oder Schlüsselmaterial für externe Verschlüsselungs- oder Zugriffssysteme verwendet werden.

Warum brauche ich überhaupt eine Zeitkapsel, wenn meine Daten bei Banken, Cloud-Anbietern oder anderswo sicher aufbewahrt sind?

Banken, Cloud-Anbieter und Tresore schützen Daten im Ruhezustand. Lethesafe adressiert einen anderen Moment: den Zeitpunkt des Zugriffs.

Viele reale Risiken entstehen nicht durch Datenverlust, sondern durch Situationen, in denen ein Zugriff zu früh, unter Druck oder gegen den eigenen Willen erfolgt. Lethesafe fügt eine Dimension hinzu, die klassische Sicherheitsmodelle nicht kontrollieren können: Zeit.

Darüber hinaus ist es eine individuelle Entscheidung, ob man bei digitalen Informationen dauerhaft einen Teil der eigenen Verfügung und Kontrolle ausschließlich in die Hände Dritter legen möchte. Externe Verwahrung bedeutet immer auch, sich auf Regeln, Verfügbarkeit und Interessen anderer verlassen zu müssen.
Alternativ kann ein zeitgeschütztes Backup im eigenen Zugriffsbereich einen zusätzlichen, unabhängigen Sicherheitsbaustein darstellen.

Eine Zeitkapsel verhindert nicht den Besitz von Informationen, sondern erzwingt eine unvermeidbare Verzögerung, bevor ein Zugriff überhaupt möglich ist. Sie ergänzt bestehende Sicherungsmaßnahmen, ersetzt sie aber nicht.

Wie unterscheidet sich Lethesafe von Tresoren oder Notfallumschlägen?

Physische Tresore und Umschläge hängen vom Besitz oder von Vertrauen in Personen ab. Lethesafe arbeitet mit Zeit als unabhängiger Größe. Selbst bei beliebig vielen Kopien der Zeitkapsel entsteht das entscheidende Ergebnis ausschließlich durch Zeit und Rechenarbeit. Der Zugriff hängt nicht von Vertrauen, sondern von Dauer ab. Das reduziert den Bedarf, sich auf Menschen oder Orte zu verlassen.

Warum gibt es nur ein offizielles Lethesafe?

Der Name Lethesafe kennzeichnet das originale Projekt. Der Quellcode ist offen, doch offizielle Veröffentlichungen stammen ausschließlich von diesem Projekt. Forks sind erlaubt, müssen aber einen eigenen Namen verwenden. Nur so bleibt nachvollziehbar, welche Version einer klaren Verantwortung unterliegt.

Passwortmanager bieten doch bereits Verzögerungen beim Entschlüsseln. Reicht das nicht aus?

Viele Passwortmanager nutzen absichtliche Verzögerungen beim Entschlüsseln, meist als Teil eines Schlüsselableitungs- oder Schutzmechanismus gegen Brute-Force-Angriffe.

Diese Verzögerungen dienen dazu, Angriffe zu verlangsamen
nicht dazu, den Zugriff grundsätzlich unmöglich zu machen.

Lethesafe verfolgt ein anderes Ziel:
Es stellt sicher, dass ein benötigter Schlüssel erst zu einem späteren Zeitpunkt überhaupt existiert.

Könnte man eine solche Verzögerung in Passwortmanagern nicht einfach sehr groß einstellen?

Eine Verzögerung innerhalb einer Anwendung bleibt immer:

  • Teil derselben Software
  • Teil desselben Prozesses
  • Teil desselben Vertrauensraums

Solche Verzögerungen können prinzipiell:

  • umgangen
  • verändert
  • entfernt
  • durch alternative Implementierungen ersetzt werden

Eine Anwendung kann keine unumkehrbare Regel über ihr eigenes zukünftiges Verhalten erzwingen.

Was ist der grundlegende Unterschied im Sicherheitsmodell?

Anwendungsinterne Verzögerung:
„Der Schlüssel ist vorhanden, aber der Zugriff wird verzögert.“
Die Kenntnis des Schlüssels besteht in diesem Modell bereits und bleibt handlungsrelevant.

Lethesafe:
„Der Schlüssel existiert noch nicht.“

Das ist kein Detail der Benutzeroberfläche, sondern ein grundsätzlich anderes Sicherheitsprinzip.

Warum ist „einmal eingestellt“ in Software kein bindender Zustand?

Weil:

  • der Nutzer die Software kontrolliert
  • der Nutzer die Daten kontrolliert
  • der Nutzer das System kontrolliert

Alles, was innerhalb einer Anwendung entschieden wird, bleibt verhandelbar – auch für das eigene zukünftige Ich.

Lethesafe verlagert diese Entscheidung aus der Anwendung heraus und bindet sie an einen physikalisch unvermeidbaren, sequenziellen Rechenprozess.

Warum kann eine Integration dieses Modell nicht ersetzen?

Integrationen oder Erweiterungen:

  • laufen im selben Prozess wie die Anwendung
  • teilen Speicher, Steuerlogik und Ausführungsumgebung
  • bleiben technisch beeinflussbar

Lethesafe ist:

  • ein eigenständiger Rechenprozess
  • ohne verwertbare Zwischenstände oder Abkürzungen
  • ohne alternative Ausführungslogik

Die zeitliche Unvermeidbarkeit entsteht außerhalb der Anwendung.

In welchen Situationen ist dieser Unterschied relevant?

In Situationen wie:

  • Zwang oder Erpressung
  • physischem Zugriff auf Geräte
  • Panik oder Stress
  • bewusster Selbstbeschränkung

In solchen Fällen reicht „Ich dürfte, aber sollte nicht“ nicht aus.

Kann Lethesafe trotzdem mit Passwortmanagern zusammenarbeiten?

Ja unbedingt.

Passwortmanager können das Ergebnis eines Lethesafe-Rechenlaufs nutzen. Die zeitliche Sicherheitsgarantie entsteht jedoch immer außerhalb dieser Systeme.

Startpasswort & Kontrolle

Unterscheidet sich das Startpasswort vom Passwort meiner verschlüsselten Daten?

Ja – grundsätzlich und bewusst.

Das Startpasswort gehört zur Zeitkapsel selbst und kontrolliert nur den Beginn des Rechenprozesses. Passwörter für verschlüsselte Daten (z. B. von Passwortmanagern, Archiven oder Containern) schützen hingegen den Inhalt.

Beide Passwörter erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten nicht miteinander verwechselt werden. In vielen Szenarien existieren sie parallel: Lethesafe sorgt dafür, dass ein benötigtes Passwort oder Schlüsselmaterial erst nach einer definierten Zeit entsteht – die eigentliche Datenverschlüsselung bleibt davon getrennt.

Zusammengefasst: Das Startpasswort schützt den Start. Die Zeit schützt den Zugriff. Die Verschlüsselung schützt die Daten.

Warum benötige ich überhaupt ein Startpasswort?

Das Startpasswort schützt nicht das Ergebnis, sondern den Beginn des Prozesses.

Ohne Startpasswort könnte jede Person, die Zugriff auf eine Zeitkapsel-Datei erhält, den Rechenlauf jederzeit starten – auch gegen den Willen des Eigentümers. Das Startpasswort stellt sicher, dass nur der berechtigte Nutzer den zeitverzögerten Prozess auslösen kann.

Wichtig ist:
Das Startpasswort verkürzt die Wartezeit nicht, ersetzt keine Verschlüsselung und hat keinen Einfluss auf die spätere Zielzeichenkette K. Es dient ausschließlich als Zugriffskontrolle für den Start.

Gerade in Diebstahl-, Verlust- oder Zwangsszenarien verhindert das Startpasswort, dass eine Zeitkapsel unbemerkt oder vorzeitig aktiviert wird. Es schafft damit eine zusätzliche Schutzschicht, ohne das eigentliche Zeitprinzip zu schwächen.

Kann ich eine Zeitkapsel ohne Startpasswort erstellen?

Ja. Eine Zeitkapsel kann optional ohne Startpasswort erstellt werden.

In diesem Fall kann jede Person mit Zugriff auf die Zeitkapsel-Datei den Rechenprozess starten. Die zeitliche Verzögerung bleibt dabei unverändert bestehen – es gibt jedoch keine Kontrolle mehr darüber, wer den Start auslöst.

Der Verzicht auf ein Startpasswort kann sinnvoll sein, wenn eine Zeitkapsel bewusst öffentlich, gemeinsam oder automatisiert genutzt werden soll. In allen anderen Fällen bietet ein Startpasswort eine zusätzliche Schutzschicht gegen ungewolltes oder vorzeitiges Starten.

Was passiert, wenn jemand das Startpasswort kennt?

Dann kann diese Person den Rechenprozess starten – sofern sie im Besitz der Zeitkapsel ist.

Das Startpasswort ermöglicht ausschließlich den Beginn des Zeitlaufs. Das Startwort selbst liefert weder die Zielzeichenkette K, noch verkürzt es die Wartezeit oder ermöglicht einen früheren Zugriff auf das Ergebnis.

Sobald der Prozess gestartet ist, greift ausschließlich die festgelegte Zeitverzögerung. Der Zugriff auf das Ergebnis existiert erst nach vollständigem Abschluss des Rechenlaufs – unabhängig davon, wer ihn gestartet hat.

Was passiert, wenn ich mein Startpasswort vergesse oder verliere?

Dann kann die Zeitkapsel nicht gestartet werden.

Das Startpasswort dient ausschließlich dazu, den Rechenprozess zu aktivieren. Ohne dieses Passwort lässt sich der Zeitlauf nicht beginnen – es existiert kein Ersatz, kein Zurücksetzen und keine Hintertür.

Lethesafe speichert keine Kopien von Passwörtern und kennt sie auch nicht. Wird das Startpasswort vergessen oder verloren, bleibt die Zeitkapsel dauerhaft verschlossen.

Deshalb ist es entscheidend, Startpasswörter bewusst zu wählen, zu dokumentieren oder getrennt abzusichern – abhängig vom jeweiligen Einsatzzweck. Lethesafe erzwingt diese Verantwortung absichtlich, weil jede Möglichkeit zur Wiederherstellung auch einen Angriffspfad darstellen würde.

Zeit & Planung

Wie lange ist „lange genug“ bei einer Zeitkapsel sinnvoll?

Das hängt vom Zweck ab – nicht von der Technik.

Lethesafe erzwingt keine Mindest- oder Höchstdauer. „Lang genug“ ist genau dann erreicht, wenn die Zeitspanne psychologisch und praktisch nicht überbrückbar ist.

Typische Überlegungen sind:

  • Reicht die Dauer, um Druck-, Zwangs- oder Erpressungssituationen zu überstehen – und um im Fall der Herausgabe einer Zeitkapsel an einen Angreifer selbst schneller auf die eigenen vertraulichen Informationen zugreifen zu können, die an einem anderen Ort aufbewahrt sind, um gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einzuleiten?
  • Ist sie lang genug, um spontane Entscheidungen unmöglich zu machen?
  • Ist sie kurz genug, um im gewünschten Szenario noch sinnvoll nutzbar zu sein?

Lethesafe gibt keine Empfehlungen vor, weil jede feste Vorgabe den eigentlichen Schutz untergraben würde: Die bewusste, irreversible Entscheidung für eine Dauer.

Was passiert, wenn ich mich mit der Dauer verschätze?

Dann bleibt der Zugriff gesperrt, bis die Zeit abgelaufen ist. Lethesafe lässt keine nachträglichen Anpassungen einer erstellten Zeitkapsel zu, weil genau diese Starrheit Schutz bieten soll. Deshalb sollte jede Zeitkapsel mit Bedacht geplant, dokumentiert und nur für geeignete Informationen genutzt werden.

Brauchen alle Rechner gleich lange, um eine Zeitkapsel zu lösen?

Nein. Die tatsächliche Rechenzeit hängt von der Leistungsfähigkeit des verwendeten Rechners ab. Lethesafe basiert jedoch auf einem strikt sequenziellen Rechenprozess, der weder parallelisiert noch übersprungen werden kann.

Die Berechnung besteht aus einer festen Abfolge voneinander abhängiger Rechenschritte. Jeder Schritt benötigt das Ergebnis des vorherigen und kann erst danach beginnen. Zu keinem Zeitpunkt existieren parallele Kandidaten oder alternative Rechenpfade.

Leistungsfähigere Hardware verändert daher ausschließlich, wie schnell ein einzelner Schritt ausgeführt wird. Die Anzahl der erforderlichen Schritte und ihre Reihenfolge bleiben unverändert und vollständig notwendig.

Für die Planung von Zeitkapseln bedeutet das: Die gewünschte Verzögerung wird zunächst als Zeitdauer festgelegt (z. B. Tage oder Wochen). Diese Zeitdauer muss anschließend unter einer bewusst konservativen Annahme über verfügbare Rechenleistung umgesetzt werden.

Welche Rechenleistung dabei zugrunde gelegt wird, kann nicht objektiv vorgegeben werden. Sie stellt vielmehr eine bewusste Sicherheitsannahme dar. Lethesafe liefert kein Maß für „ausreichende“ Hardware, sondern ein Werkzeug, um eine getroffene Annahme technisch konsequent durchzusetzen.

Spezialisierte Hardware wie ASIC-Miner bietet dabei keinen strukturellen Vorteil, da Lethesafe keinen Suchraum und keine parallelen Kandidaten besitzt, sondern einen zustandsabhängigen Einzelpfad erzwingt. Die häufig aufkommende Frage nach Quantencomputern wird im Abschnitt ›Bedrohungsmodelle & Realität‹ eingeordnet.

Merksatz:
Zeitkapseln definieren eine gewünschte Verzögerung und setzen sie unter bewusst gewählten Annahmen über Rechenleistung um.

Wird eine Zeitkapsel auf sehr leistungsfähigen Rechnern oder in der Cloud deutlich schneller gelöst?

Die tatsächliche Laufzeit einer Zeitkapsel hängt von der Leistungsfähigkeit der eingesetzten Hardware ab und kann zwischen verschiedenen Systemen variieren.

Lethesafe ist jedoch bewusst so konzipiert, dass zusätzliche Rechenressourcen keinen strukturellen Vorteil bringen. Der zugrunde liegende Rechenprozess ist strikt sequentiell aufgebaut und erzwingt einen festen, zustandsabhängigen Rechenpfad, der weder parallelisiert noch übersprungen werden kann.

Leistungsfähigere Hardware kann einzelne Rechenschritte schneller ausführen, verändert jedoch weder die Anzahl noch die Reihenfolge der erforderlichen Schritte. Dadurch bleibt die geplante Zeitverzögerung grundsätzlich erhalten, auch wenn reale Laufzeiten moderat variieren können.

Diese Eigenschaft ist ein zentraler Bestandteil des Sicherheits- und Planungsmodells von Lethesafe.

Warum dauert die Erstellung einer Zeitkapsel genauso lange wie die eingestellte Zeitverzögerung?

Weil die Zeitkapsel durch den Rechenaufwand selbst definiert wird.

Lethesafe erzeugt keine Wartezeit durch Timer, Schlafzustände oder künstliche Verzögerungen. Die eingestellte Dauer entspricht exakt der Anzahl der Rechenschritte, die später erneut durchlaufen werden müssen.

Dadurch entsteht eine direkte Kopplung:

  • zwischen der Erstellung,
  • der späteren Auflösung,
  • und dem tatsächlich notwendigen Aufwand.

Diese Symmetrie ist kein Nachteil, sondern der Kern des Sicherheitsmodells.

Kann man eine Zeitkapsel schnell erzeugen – unabhängig von der gewünschten Zeitdauer?

Nein. Und genau das ist beabsichtigt.

Eine Zeitkapsel lässt sich nicht „vorberechnen“, komprimieren oder strukturell abgekürzt erzeugen. Der für die gewünschte Verzögerung festgelegte Rechenaufwand muss vollständig durchlaufen werden – sowohl bei der Erstellung als auch bei der späteren Auflösung.

Wäre eine schnelle Erstellung möglich, ließe sich der zugrunde liegende Aufwand auch später umgehen. Lethesafe verhindert das, indem es denselben unvermeidbaren, strikt sequenziellen Rechenpfad erzwingt.

Was passiert, wenn ein laufender Rechenprozess abgebrochen wird?

Lethesafe speichert keine Zwischenstände laufender Rechenprozesse.

Der aktuelle Berechnungszustand existiert ausschließlich im Arbeitsspeicher. Wird der Prozess beendet – durch Nutzerinteraktion, Programmabbruch, Stromausfall oder Systemneustart – geht der gesamte Fortschritt verloren.

Ein abgebrochener Rechenlauf kann nicht fortgesetzt werden und muss vollständig neu gestartet werden.

Dieses Verhalten ist absichtlich und Teil des Sicherheitsmodells. Jede persistente Speicherung von Zwischenständen würde einen zusätzlichen Angriffspfad eröffnen und das Zeitprinzip untergraben.

Weitergabe, Redundanz & Zukunft

Wie gehe ich mit Redundanz um, ohne die Idee zu schwächen?

Redundanz entsteht durch das Sichern und Kopieren bestehender Zeitkapsel-Dateien. Diese Form der Redundanz dient ausschließlich der Absicherung gegen Verlust oder Beschädigung einzelner Kopien und verändert weder die Zeitverzögerung noch das Verhalten der Zeitkapsel.

Das Klonen einer Zeitkapsel verfolgt einen anderen Zweck:
Es ermöglicht, nachdem die Zielzeichenkette K vorliegt, weitere Zeitkapseln mit neu festgelegten Zeitverzögerungen zu erzeugen, die alle zur gleichen Zielzeichenkette führen.

Wichtig ist eine saubere Dokumentation, damit nachvollziehbar bleibt, welche Zeitkapseln existieren, welche Zeitverzögerungen sie erzwingen und an welchen Orten sie verwahrt werden.

Kann ich Zeitkapseln gemeinsam mit anderen weitergeben oder vererben?

Ja. Zeitkapseln sind dateibasierte Objekte und können beliebig kopiert, weitergegeben oder archiviert werden.

Mehrere Personen können identische Kopien derselben Zeitkapsel besitzen, ohne dass sich deren Verhalten ändert. Der Zugriff auf das Ergebnis bleibt in allen Fällen an die festgelegte Zeitverzögerung gebunden.

Für Übergabe- oder Erbszenarien ist entscheidend, dass klar dokumentiert ist:

  • welche Zeitkapseln existieren,
  • welche Verzögerungen sie erzwingen,
  • und ob ein Startpasswort gesetzt wurde.

Lethesafe regelt bewusst keine Besitzverhältnisse oder Zuständigkeiten. Es stellt lediglich sicher, dass der Zugriff zeitlich unvermeidbar verzögert erfolgt – unabhängig davon, wer die Datei besitzt.

Besteht die Gefahr, dass zukünftige Updates von Lethesafe meine heutigen Zeitkapseln nicht mehr akzeptieren?

Nein. Bestehende Zeitkapseln bleiben gültig und nutzbar.

Zeitkapseln folgen einem stabilen, bewusst einfachen Format, das langfristig reproduzierbar bleibt. Neue Versionen von Lethesafe erweitern Funktionen oder Bedienung, verändern jedoch nicht das Verhalten bereits erstellter Zeitkapseln.

Zusätzlich kann die ursprünglich verwendete Software dauerhaft auf dem eigenen Rechner aufbewahrt oder archiviert werden. Da Lethesafe lokal ausführbar ist und keine externe Abhängigkeit besitzt, bleibt der Nutzer jederzeit in der Lage, eine Zeitkapsel mit genau der Version zu öffnen, mit der sie erstellt wurde.

Selbst wenn sich das Projekt weiterentwickelt oder eines Tages eingestellt wird, bleibt der Rechenweg zur Ermittlung der Zielzeichenkette K eindeutig definiert und dokumentiert. Kompatibilität und Vorhersagbarkeit haben bei Lethesafe Vorrang vor kurzfristigen Änderungen.

Was passiert, wenn es Lethesafe irgendwann nicht mehr geben sollte?

Kurz gesagt: Nichts Kritisches. Die Daten bleiben zugänglich.

Lethesafe ist kein Dienst, keine Cloud und keine zentrale Infrastruktur. Die Software wird lokal auf dem eigenen Rechner ausgeführt und verbleibt vollständig im Besitz des Nutzers.

Zeitkapseln sind eigenständige Dateien, die unabhängig von Lethesafe gespeichert, kopiert und archiviert werden können. Es existiert keine externe Abhängigkeit, die für die spätere Auflösung erforderlich wäre.

Selbst wenn das Projekt Lethesafe eingestellt würde, bleiben bestehende Zeitkapseln funktionsfähig. Die zur Berechnung der Zielzeichenkette K notwendige Logik ist offen dokumentiert, deterministisch und jederzeit reproduzierbar – auch ohne das ursprüngliche Projekt.

Lethesafe schafft damit bewusst keine dauerhafte Bindung an einen Anbieter. Die Kontrolle über Software, Dateien und Ergebnisse liegt vollständig beim Nutzer.

Kann eine Zeitkapsel unabhängig von digitalen Datenträgern gesichert werden?

Prinzipiell ja. Eine Zeitkapsel besteht ausschließlich aus strukturiertem Text (JSON mit Base64- und Hex-Werten).

Wird dieser Text vollständig und unverändert wieder digitalisiert, ist die Zeitkapsel identisch – unabhängig davon, auf welchem Medium sie zuvor gespeichert oder archiviert war.

Das Medium ist dabei unerheblich. Entscheidend ist allein die exakte Zeichenfolge.

Mögliche Risiken liegen nicht in der Kryptografie, sondern in praktischen Faktoren wie Abschreibfehlern oder physischem Verlust.

Bedrohungsmodelle & Realität

Bezieht sich Lethesafe auf klassische RSA-basierte Time-Lock-Puzzles?

Nein. Lethesafe implementiert kein RSA-basiertes Time-Lock-Puzzle nach Rivest–Shamir–Wagner. Der zugrunde liegende Rechenprozess besteht aus einem strikt sequenziellen, zustandsabhängigen Pfad ohne Suchraum.

Aussagen zu Faktorisierung, Shor-Algorithmus oder RSA-Abkürzungen sind daher nicht anwendbar.

Hilft Parallelisierung „über mehrere Instanzen“ dabei, eine Zeitkapsel schneller zu lösen?

Nein. Mehrere Instanzen erhöhen nur den Durchsatz, nicht die Geschwindigkeit einer einzelnen Zeitkapsel.

Eine einzelne Zeitkapsel erzwingt einen strikt sequenziellen Rechenpfad: Jeder Schritt benötigt das Ergebnis des vorherigen. Dieser Pfad lässt sich nicht aufteilen, nicht abkürzen und nicht „mit mehr Kernen“ parallel schneller durchlaufen.

Mehrere Kopien derselben Zeitkapsel können zwar gleichzeitig gerechnet werden, aber keine davon liefert das Ergebnis früher als eine einzelne Instanz auf vergleichbarer Hardware.

Wie verhält sich Lethesafe in Erpressungs- oder Zwangsszenarien?

Eine laufende Zeitkapsel liefert kein Ergebnis, bevor die definierte Wartezeit endet. Wer unter Druck steht, kann glaubhaft darauf verweisen, dass es kein Passwort gibt, das herausgegeben werden könnte.

Lethesafe löst solche Situationen nicht vollständig, schafft aber eine klare und überprüfbare zeitliche Grenze.

Was bringt mir Lethesafe, wenn ein Angreifer mir alles abnimmt – inklusive Zeitkapsel und Startpasswort – und verschwindet?

Auch in diesem Szenario entsteht kein unmittelbarer Zugriff auf vertrauliche Informationen. Das entscheidende Ergebnis existiert erst nach Ablauf der festgelegten Zeit.

Diese Zeit ist nicht verhandelbar, nicht überspringbar und nicht strukturell abkürzbar.

Der entscheidende Wert liegt nicht darin, einen Zugriff für immer zu verhindern, sondern Handlungsspielraum zu gewinnen.

Werden Quantencomputer Zeitkapseln schneller lösen können?

Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keinen bekannten Ansatz, der es erlauben würde, eine Lethesafe-Zeitkapsel strukturell schneller zu durchlaufen.

Lethesafe ist kein Versprechen für alle Zeiten, sondern ein Werkzeug auf Basis nachvollziehbarer heutiger Annahmen. Die langfristige Schwachstelle liegt nicht im Zeitmechanismus selbst, sondern in den Systemen, die die eigentlichen Informationen speichern.

Prinzipien & Grenzen

Warum wird die Zielzeichenkette K von Lethesafe erzeugt und nicht vom Nutzer selbst festgelegt?

Grundsätzlich gäbe es zwei Möglichkeiten:

  • Der Nutzer definiert selbst eine Zielzeichenkette K, die in die Zeitkapsel eingebunden wird.
  • Oder Lethesafe erzeugt K autonom und stellt sie dem Nutzer zur temporären Nutzung zur Verfügung.

Lethesafe entscheidet sich bewusst für den zweiten Ansatz.

Ein selbst gewähltes K birgt immer die Gefahr, dass es:

  • bewusst oder unbewusst gemerkt wird,
  • emotional oder semantisch Bedeutung erhält,
  • erneut verwendet oder aufbewahrt wird.

Damit würde K wieder zu einem klassischen Passwort oder Geheimnis – genau das, was Lethesafe vermeiden möchte.

Stattdessen erzeugt Lethesafe eine zufällige, bedeutungslose Zeichenkette, die ausschließlich als temporäres Werkzeug dient:

  • um einmalig Daten im Verschlüsselungssystem der Wahl zu sichern,
  • und danach bewusst vergessen oder vernichtet zu werden.

Der Schutz entsteht nicht durch die Auswahl oder Erinnerung von K, sondern durch den unumkehrbaren Zeitaufwand, der nötig ist, um K erneut entstehen zu lassen.

Gerade weil K keine erkennbare Struktur, keinen Bezug und keinen Wiedererkennungswert hat, spielt es keine Rolle, wie es aussieht.

Lethesafe erzeugt etwas Abstraktes, inhaltlich Zweckfreies und Austauschbares. Es soll egal sein, wie K aussieht, weil es keine Rolle mehr spielt, sobald es verwendet wurde.

Es soll nicht besessen, nicht erinnert und nicht bewertet werden.

Für welche Anwendungsfälle ist Lethesafe nicht geeignet?

Lethesafe ist kein universelles Sicherheitswerkzeug und nicht für jede Situation sinnvoll.

Es ist nicht geeignet für:

  • den täglichen oder häufigen Zugriff auf Passwörter oder Daten,
  • die alleinige Sicherung unverschlüsselter Informationen,
  • Szenarien, in denen jederzeitiger oder sofortiger Zugriff erforderlich ist,
  • den Ersatz von Backup-, Archiv- oder Wiederherstellungssystemen,
  • oder als Schutz vor allen denkbaren Bedrohungen.

Lethesafe entfaltet seinen Nutzen dort, wo Zeit bewusst als Schutzfaktor eingesetzt werden soll.

Was kostet Lethesafe?

Lethesafe ist kein Dienst und kein Abonnement.

Die Software wird lokal ausgeführt und kann unabhängig von einer zentralen Infrastruktur genutzt werden. Es gibt keine laufenden Kosten, keine Konten und keine nutzungsabhängigen Gebühren.

Kosten entstehen ausschließlich durch:

  • die eigene Hardware,
  • den Stromverbrauch während des Rechenlaufs.

Derzeit werden keine kostenpflichtigen Leistungen, Zusatzangebote oder kommerziellen Dienste angeboten.